Test der neuen Canon EOS 20Da

Ich hatte Gelegenheit, die neue Canon EOS 20Da für Astroaufnahmen zu testen. Diese digitale Spiegelreflexkamera, welche speziell für die Astrofotografie modifiziert ist, wird in beschränkter Stückzahl von Canon Schweiz geliefert.

Ich benutzte die beiden Abende vom 23. und 28. Juli 2005 für erste kurze Vergleichsaufnahmen mit der neuen Canon EOS 20Da und meiner Canon EOS 10D.

Als Testobjekt eignen sich die Nebel M8 und M20, da diese nicht nur im roten H-Alpha Farbbereich leuchten, sondern auch blaue Reflexionsnebel enthalten.

Der erste Abend war vom Wetter her nicht optimal und zudem standen die beiden Nebel im Schützen tief im Süden, wo die Lichtglocke über der Stadt Bern recht deutlich den Himmel aufhellte.

(Ein Klick in die Bilder zeigt eine höhere Auflösung. Mit dem Zurück-Knopf des Browsers gelangt man wieder zu dieser Seite zurück.)

Aufnahme Canon 20Da, 1 x 3 Minuten, 800 ASA

Aufnahme Canon 20Da, 2 x 3 Minuten, 800 ASA

Der direkte Vergleich mit der Canon 10D zeigt den Unterschied deutlich. Leider zogen während der Aufnahme mit der 10D Wolken auf und diese erscheinen als orange Schleier. Das Orange stammt vom Störlicht aus der nahen Stadt Bern.

Aufnahme Canon 10D, ebenfalls 1 x 3 Minuten bei 800 ASA.

Am zweiten Abend war die Sicht klarer. Der Nordamerikanebel stand beinahe im Zenit und wurde kaum von Störlicht beeinflusst.

Aufnahme Canon EOS 20Da, 4 x 5 Minuten bei 800 ASA

Die Aufnahme mit der 'alten' Canon 10D lieferte ein sehr schwaches Ergebnis. Die rote Farbe war auch mit viel Nachbearbeitung im Photoshop kaum herauszubekommen.

Aufnahme Canon 10D, 5 x 5 Minuten, 800 ASA

Ich habe bewusst bei diesem Test nur kurze Belichtungszeiten verwendet. Für bessere Resultate ist es nötig, mehrere und längere Aufnahmen zu mitteln.

Weitere Angaben zu den obigen Aufnahmen:
Teleskop: Zeiss APQ 100/640 mit AP-Reducer 0.8x, Brennweite ca. 520 mm
Montierung: Astrophysics 400GTO
Nachführung: mit einer Atik-Webcam am Leitrohr Pentax 75 SDHF, Software GuideDog
Standort: mein Balkon in Bolligen bei Bern
Bildbearbeitung: IRIS, Photoshop und NeatImage

Nachtrag

Die ausgesprochen klare und dunkle Nacht vom 9./10. August 2005 erlaubte mir, vom selben heimischen Balkon aus eine länger belichtete Aufnahme des Nordamerikanebels zu machen. Die kürzere Brennweite von 300mm bringt rechts neben dem Nordamerikanebel auch noch den schwächeren Pelikannebel mit aufs Bild.

Kamera Canon EOS 20Da
Teleobjektiv Canon EF 300mm f/4L bei offener Blende f/4.0
8 x 7 Minuten + 1 x 10 Minuten Belichtungszeit, total 66 min.
ISO 800
Keine interne Rauschunterdrückung
Keine Dunkelbilder abgezogen

Die Einzelbilder wurden im RAW-Format aufgenommen und im Photoshop eingelesen. Zur Bearbeitung des Bildes wurden einzig die Gradationskurven angepasst. Es ist erstaunlich, dass dank des verbesserten Rauschverhaltens keine Dunkelbilder abgezogen werden mussten.

Fazit

Dank

Die Kamera wurde freundlicherweise von Foto Zumstein AG in Bern zur Verfügung gestellt.

Im August 2005

Thomas Hugentobler
Dorfstrasse 41
CH-3065 Bolligen
e-mail: th.hugentobler(at)datacomm.ch