Deepsky-Testaufnahmen mit der neuen höchstempfindlichen Videokamera Watec WAT120N

Eingesetztes Equipment

Teleskop: Astro Physics EDF 155mm APO Refraktor F/7 auf AP 400 GTO Montierung

Laptop Dell Latitude D600 mit Videograber Cinergy 200 USB zum anzeigen und speichern der Videosignale der Kamera

Datum: 20. Februar 2004, 22:35 - 23:10 Uhr

Standort: Rüegsbach - Lochgraben, ca. 800 müM im Emmental

Die Sichtverhältnisse waren relativ schlecht, hohe Schleierwolken, welche den Sternen eine deutlichen Hof "spendierte"

Vorgehen

Kamera mit Belichtungen von max. 10s Integrationszeit, Ausgabe auf Videosignal. Dies ergibt Standbilder, welche alle 10 Sekunden erneuert werden. Mit dem Programm K3CCDTools wurden ganz kurze Filmsequenzen (1 Sek.) als AVI aufgenommen. Eigentlich hätte es auch genügt, wenn nur Einzelbilder abgespeichert worden wären, da die Kamera während ihrer Integration im Prinzip nur Standbilder zeigt.

Hier sind einzelne Rohbilder direkt ab Kamera abgebildet:
M81

mit 10s Integrationszeit, Rohbild

M82

mit 10s Integrationszeit, maximaler Gain (hohes Rauschen), Rohbild

M51

mit 10s Integrationszeit, Rohbild

Als Livebild sind diese Abbildungen auf dem Laptop-Monitor sehr beeindruckend!

Verarbeitungsschritte

1. Abzug des Dunkelbilds
Als Dunkelbild wird eine Mittelung von mehreren Dunkelbildern verwendet. Zur Aufnahme der Dunkelbilder wurde die Kamera mit den gleichen Einstellungen belassen, aber mit aufgesetzten Objektivdeckel belichtet.

Rechts das mit Giotto 1.32 aus 9 Bildern gemittelte Dunkelbild


2. Korrektur der Einzelbilder mit dem Dunkelbild, ebenfalls mit Giotto 1.32 vorgenommen

3. Summierung von mehreren dunkel-korrigierten Aufnahmen mit gleichzeitiger Registrierung. Diesen Schritt wurde mit Registax 2.1.13 durchgeführt.

Die folgenden Bilder sind ohne irgendwelche Nachbearbeitung direkt aus Registax übernommen:

M81

Summe aus 6 korrigierten Einzelaufnahmen

M82

Summe aus 8 korrigierten Einzelaufnahmen

M51

Summe aus 9 korrigierten Einzelaufnahmen.

Die 16.0mag Galaxie IC 4278 (oben rechts der Mitte) ist als kleiner schwacher Fleck erkennbar !

Übelegungen zum Kamera-Chip

Bei der anschliessenden Kontrolle und Ausmessung der Sternpositionen mit TheSky hat sich herausgestellt, dass die Bilder in X- und Y-Richtung nicht gleich skaliert sind. Das heisst, die einzelnen Pixel in der Kamera sind nicht quadratisch sondern leicht rechteckig.

Die Höhe der Bilder muss auf 91% reduzert werden. Die originale Bildgrösse von 640 x 574 Pixel wird auf 640 x 523 Pixel verteilt.

Da ich bisher noch kaum Angaben zur Chip- und Pixelgrösse gefunden habe, berechnete ich diese Angaben aus dem fertigen Bild:

Der erfasste Bildausschnitt beträgt mit der verwendeten Brennweite von 1085mm rund 18,0 x 14.8 Bogenminuten, die Pixelgrösse 1.69 x 1.55 Bogensekunden

Der Chip hat somit mit seinen 640 x 574 Pixel eine Fläche von 5.68 x 4.67mm

Die einzelnen Pixel sind 8.9 x 8.14 my gross

Bei Astrocom ist eine Seite mit technischen Angaben vohanden. Die Chip-und Pixelmasse stimmen jedoch nicht genau mit meinen gemessenen Werten überein...

Korrigiertes und skaliertes Bild von M51

Mit der DDP Funktion von IRIS wurde das obige Summenbild von M51 kontrastverstärkt und im Photoshop die Höhe angepasst.

Die Testkamera wurde freundlicherweise von Hansjörg Wälchli zur Verfügung gestellt.

Thomas Hugentobler, 26.2.2004

th.hugentobler@datacomm.ch